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Cottbuser Blätter                    Sonderheft Stadtchronik 2002                    Steffen Krestin

 

Chronik der Stadt Cottbus - von 772 bis 1600

 

772
Nachdem bereits in der fränkischen Chronik des Fredegar 631/632 die Surbi als slawische Volksgruppe erwähnt wurden, wird in der Poeta Saxo von einem Feldzug Karl des Großen gegen die Sorben berichtet. Slawische Siedler waren seit dem 6. Jahrhundert in den Südosten Europas eingewandert. Die Volksgruppe der Lusici wurde in unserer Region, der späteren Niederlausitz, im 8. Jahrhundert ansässig.

802 / 803
Mit der Aufzeichnung des Lex Saxonum wird im ostelbischen Sachsen erstmalig die Grundlage für juristische Entscheidungen gelegt.

806
Der Sohn Karl des Großen führt einen Kriegszug gegen die in der Niederlausitz siedelnden Sorben.

930
Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage einer Burg und damit auch die Gründung der Stadt Cottbus in das Jahr 930 datiert. Der angebliche Historiker Abraham Hosemann, lateinisiert: Cnemiander, aus Lauban schrieb dieses Ereignis dem deutschen Kaiser Heinrich I. zu, der damit den Schutz des Reiches gegen die einfallenden Ungarn und Slawen sicherte und der nachweislich 927/928 die Hauptfestung der Heveller „Brennabor“ in Brandenburg erobert hatte. Im Cottbus selbst fanden deshalb 1730 und 1830 Stadtgründungsfeiern statt. Für das Jahr 1930 waren bereits alle Vorbereitungen für eine Tausendjahrfeier angelaufen, so erschien zum Beispiel ein kleines Heft  unter dem Titel „Tausend Jahre Cottbus“ als Chronik, bevor die lokalen Geschichtsforscher endgültig diesen Irrtum ins Reich der Fabeln verbannen konnten. Noch im Jahre 1830 feierten die Cottbuser eine 900-Jahrfeier.

963
Markgraf Gero unterwirft die Lusizer, damit wird die sogenannte Ostmark dem deutschen Kaiserreich angegliedert. 971 erhält das 968 gegründete Erzbistum Meißen den sogenannten Honigzehnten aus der Lausitz. Jedoch wird im Jahre 973 diese Abgabe aus der Lausitz, „decimem mellis in lusici“, an das am 11. 1. 965 von König Otto I. zum Erzbistum Magdeburg umgewandelte Moritzkloster überwiesen.

11. Jahrhundert
Archäologen weisen bei Ausgrabungen 1985 eine Flachsröste auf dem heutigen Altmarkt nach. Damit bestätigten diese Ausgrabungen, daß bereits eine Siedlung unterhalb des seit dem 10. Jahrhundert nachweisbaren, von Slawen erbauten mittelslawischen Burgwall auf dem heutigen Schloßberg existierte. Diese Anlage weist mehrere Phasen auf, so konnten Archäologen mindestens drei slawische und eine frühdeutsche Burgphase bestimmen.

1124

In diesem Jahr wird die Genehmigung für den Bau der die Madlower Kircheerteilt. Ausgewählt wurde hierfür ein Standort, der schon in vorchristlicher Zeit heilig war. Dabei handelt es sich um einen Holzbau. Im 14./15. Jahrhundert wird die heutige Kirche erbaut und erfährt immer wieder Anbauten und Veränderungen. Später erhielt diese vermutlich älteste Kirche der Region Bronzeglocken.

1002 – 1025

Der König von Polen Boleslav Chroby ist im Besitz der Lausitz. Erst 1029 bis 1032 erobert der deutsche Kaiser Konrad II. das Gebiet der heutigen Niederlausitz. Von den Kämpfen um den Spreeübergang zeugt auch eine umfangreiche Brandschicht auf dem Cottbuser Schloßberg.

30. 11. 1156

In einer Urkunde mit diesem Datum findet sich erstmalig die spätere Stadt Cottbus erwähnt. Markgraf Konrad von Meißen legte fest, daß er allen seinen weltlichen Gütern und der Macht entsagt und von nun an als Mönch auf dem Petersberg bei Halle/Saale leben wollte. Unter den Zeugen wird Heinricus Castellanus de Chotibuz  aufgeführt. Dieser Kastellan auf dem Cottbuser Schloß gilt als Vertreter der weltlichen Macht, er war wohl auch Lehnsmann der Wettinischen Markgrafen von Meißen. Nur wenig später, gegen Ende des 12. Jahrhunderts, bezeugt eine Handschrift aus dem Kloster Nienburg an der Saale, daß es neben der Burg bereits einen Markt und eine Kirche in Cottbus gibt.

1199

In einer Urkunde bestätigt Markgrafen Konrad II. die Grenzen des Klosters in Doberlug und sichert den Brüdern seinen Schutz zu. Thymo von Cottbus wird als Zeuge benannt und ist damit der erste nachweisliche Vertreter der Cottbuser Herren, die bis 1445/55 ihren Sitz auf dem hiesigen Schloß hatten. Diesem Thymo von Cottbus wird auch zugeschrieben, den Weinanbau mit nach Cottbus gebracht zu haben, jedoch fanden sich bisher dafür keine Belege. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte die planmäßige Anlage der Stadt, sicher gab es bereits eine Kirche und im Zentrum soll das Rathaus, welches über Jahrhunderte auch ein Kaufhaus war, auf dem Marktplatz gestanden haben. Neben den hier wohnenden Sorben waren es wohl vor allem niederländische oder flämische Siedler, die sich ansiedelten.

1215 – 1233

Eike von Repichow verfaßt mit dem Sachsenspiegel das älteste deutsche Rechtsbuch. In der Einleitung heißt es: „De von Chlodent, de von Crouzke, de von Kotebuz, di sint alle Vranken“. Somit stammen die Cottbuser Herren aus Franken, bevor sie in der Niederlausitz seßhaft wurden. Nachweisbar sind zudem zwischen 1222 und 1448 adlige Dienstmannen mit dem Namen „Cottbus“ – Codebuz in der Aschaffenburger Gegend.

1216 bis 1225

Etwa in dieser Zeit soll die Stadt Cottbus das deutsche Stadtrecht erhalten haben. Bisher konnte jedoch kein Beleg dafür gefunden werden.

1253

In einem Streit zwischen Reinhard von Kottwitz und dem Kloster Doberlug tritt am 1. 2. Heinricus Cotebude als Eideshelfer des Ulrich von Pagk in Bad Liebenwerda auf. Ein Jahr eher, 1252, urkundet Otto von Cottbus als Zeuge. Die Cottbuser Herren zählten vermutlich zu den bedeutenden Adelsgeschlechtern in der Niederlausitz. So ist es am 29. 9. 1283 Friedhelm von Cottbus, der eine Schenkung des Markgrafen von Meißen an das Kloster Mühlberg bezeugt.

1280

In seiner Chronik aus dem Jahre 1844 berichtet der Kantor Karl Christian Stäber, daß in diesem Jahr alle Lebensmittel zu höchst günstigen Preisen zu haben gewesen sein sollen.

1285

In einer Urkunde vom 13. 11. ist erstmals ein Cottbuser Pfarrer genannt: "Vice plebanus Jonas" tritt als Zeuge auf.

nach 1300

Das 14. Jahrhundert bringt so manche Veränderung in Cottbus. Münzen werden in der Stadt geprägt und erstmals findet sich auf einer Urkunde ein Siegel der Stadt Cottbus, in dem schon damals der Krebs abgebildet war. Die einheimischen Sorben / Wenden werden immer stärker verdrängt, aus den Innungen werden sie ebenso ausgeschlossen wie von der Ausübung städtischer Verwaltung. Cottbuser lernen an den Universitäten in Europa, so sind z. B. an der 1199 gegründeten Universität von Bologna 1300 ein Cunradde de Kothebuz und 1309 ein Otto von Cottbus eingeschrieben.

1301

In einem Vertrag zwischen dem Markgrafen von Meißen und dem Erzbischof von Magdeburg vom 3. 8. findet sich erstmals eine Beschreibung der Cottbuser Burg: „Novum castum apud Kohebuz cum oppido et castro Kohebuz“ – „die neue Burg bei Cottbus mit der Stadt und der Burg Cottbus“. Während mit der Burg Cottbus die ursprünglichen Anlagen auf dem alten Burgwall gemeint waren, befand sich die Neue Burg außerhalb dieses Areals. Warum eine neue Anlage erbaut wurde, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden; vermutlich war die Herrschaft Cottbus eine Zeitlang geteilt, denn 1304 werden die Vettern Fredehelm und Johann von Cottbus vom Brandenburger Markgrafen gemeinsam „mit allen ihren Gütern zur gesamten Hand“ belehnt. Im gleichen Jahr tritt aber auch ein Johannes von Cottbus auf. Ähnlich beschreibt eine Urkunde vom 10. 8. 1336 „das Niehaus bi Kothebus met dem wibilde un de Hus tzu Kothebuz“.

1303

Richard von Cottbus gründet das Franziskanerkloster. Es befand sich an der nördlichen Stadtmauer, noch heute zeugt von ihm die Klosterkirche. Anlaß für die Gründung war vermutlich der Dank Richards an seinen Vater, denn das Kloster wurde von ihm mit reichem Grundbesitz ausgestattet, so z. B. die Dörfer Sandow, Brunschwig, Schmellwitz, Ostrow und halb Döbbrick. An der heutigen Klosterkirche ist noch immer die Jahreszahl 1303 zu lesen. Damals sollen Würfelspieler bei ihrem unchristlichen Spiel in der Kirche vom Blitz erschlagen worden sein.

1304

Aus Geldmangel verkaufte am 8. 7. Markgraf Diezmann den westlichen Teil der Lausitz an den Markgrafen Otto. Bis zum Jahre 1370 sollten die Eigentümer der Lausitz ständig wechseln, fast alle Fürstenhäuser der damaligen Zeit kamen kurzzeitig in den Besitz der Lausitz. Jedoch blieben die Herren von Cottbus im Besitz ihrer Herrschaft, am 12. 12. 1304 wurden Johann und Fredehelm von Cottbus durch Waldemar den Große und die Markgrafen Otto und Hermann von Brandenburg belehnt.

1306

Wetterunbilden mögen den Lausitzern damals das Leben schwer gemacht haben, in diesem Sommer soll es zu Hochwasser und Überschwemmungen gekommen sein. Die Schäden vor der Ernte führen zu Teuerungen. Ähnliches erleben die Cottbuser nur wenige Jahre später. 1312/1313 zerstören Niederschläge und Hagel die Feldfrüchte und noch einmal werden die Lebensmittel unverhältnismäßig teuer. Auch im folgenden Jahr zerstören Niederschläge das Getreide auf den Feldern. So kommt es auch 1315 zu einer enormen Teuerung, das Getreide kostete in diesem Jahr fast das Zehnfache des normalen Preises.

1307

Fredehelm von Cottbus wird am 15. 12. beigesetzt. Seine Frau, Adelheid von Colditz stirbt 1309 und wird an seiner Seite beigesetzt. Noch heute zeugt der Grabstein in der Klosterkirche von diesem adligen Paar. Die Sandsteinplatte zeigt die beiden in Form eines Hochreliefs und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der frühen Cottbuser Geschichte: Das Ehepaar wird in einer seltenen Darstellung gezeigt – Fredehelm hat den Arm um seine Frau gelegt. Damit soll wohl das liebevolle und innige Verhältnis der beiden zueinander gezeigt werden.

1310/1311

In diesem Jahr soll eine Pestepidemie die Stadt heimgesucht haben.

1311

Johann von Cottbus ist nun im Besitz aller Anteile der Herrschaft Cottbus, da er nur noch allein genannt wird.

1319

Der Bündnisvertrag zwischen den Herren von Cottbus, Johann I. und Richard mit der Stadt Guben vom 1. 9. ist erstmalig gesiegelt mit einem roten Siegel, das die Umschrift "St. Richardi de Cotebus" besitzt. Notwendig wurde dieser durch die Streitigkeiten nach dem Tod des Markgrafen Waldemar von Brandenburg. Im April 1312 hatte Friedrich von Tangermünde auf die Lausitz zugunsten von Waldemar und Johannes von Brandenburg verzichtet. Nach seinem Tod erheben die benachbarten Fürsten aus Schlesien und Böhmen Ansprüche auf die Neumark und die Lausitz. Die Streitigkeiten ziehen sich bis ins Jahr 1364 hin, als am 14. 4. 1364 Karl IV. mit der Einwilligung Ludwig des Römers und dessen Bruder Otto das Pfandgeld an die Meißener Brüder zahlte und damit die Lausitz auslöste. In dieser Urkunde werden „Kotbus, hus und stat“ genannt. In diesem Jahr befindet sie sich im Besitz des Herzogs Bolko von Schweidnitz. Schon am 15. 11. 1364 genehmigte Kaiser Karl IV. eine brüderliche Teilung der Herrschaft zwischen Johannes und Heinrich von Cottbus. Ihren Abschluß findet diese unruhige Zeit der wechselnden Besitzer erst am 1. 8. 1370, als Karl IV. die Niederlausitz endgültig in das Königreich Böhmen eingliedert. Die Oberlausitz wurde von ihm bereits am 7. 10. 1355 in das böhmische Königreich eingeordnet. Formal und lehnsrechtlich blieb Cottbus nun bis 1742 unter der böhmischen Krone, auch wenn es bereits seit 1445/55 landesrechtlich zu Brandenburg gehörte.

1344

Erstmalig wird erwähnt, daß die Geschicke der Stadt durch die „Ratmannen“ geführt werden; an ihrer Spitze steht ein Bürgermeister, jedoch sind die Sorben von der Mitwirkung in diesem Gremium ausgeschlossen.

1346

In einer Stiftsmatrikel des Erzbistums Meißen finden eine Dreikönigskapelle und Marienkapelle, als der Pfarr- und Hauptkirche zugehörig, Erwähnung. Gemeint ist damit die Kirche St. Nikolai. Auch sollen weitere 17 Pfarreien in Cottbus und Umgebung dort genannt worden sein. Jedoch konnte bisher dieses Verzeichnis nicht im Original aufgefunden werden, alle Angaben diesbezüglich berufen sich auf Hinweise in der Bistumsmatrikel des Erzbistums Meißen aus dem Jahre 1495.

1347

In einer am 20. 3. in Guben ausgestellten Urkunde wird  „Fridhelmo de Khotebuz“ als Zeuge benannt. Vermutlich übten in dieser Zeit Fredehelm II. und sein Bruder Johann II. von Cottbus die Herrschaft aus. Jedoch wird zwischen 1349 und 1389 nur Johann II. von Cottbus genannt.

1350

Der Papst Clemenz IV. spricht am  14. 5. den Bannbrief gegen die Anhänger des Ludwig von Brandenburg aus. In dieser Urkunde finden sowohl Fredehelm II. und Johann II. von Cottbus Erwähnung, als auch Pfarrer Reinhard von Cottbus. Ausgangspunkt für diesen Streit war das Auftreten des „Falschen Waldemars“. Der Bannbrief bedeutete, daß die Bürger ihres Treueides entbunden waren, die Priester keine kirchlichen Handlungen ausführen durften, das Abhalten von Gottesdiensten und das Läuten der Glocken verboten war. Ebenso war es untersagt, die Verstorbenen in geweihter Erde beizusetzen. Aufgehoben wurde der Bann erst durch den Papst Innocenz VI. am 23. 3. 1358.

1357

Markgraf Ludwig von Brandenburg, der den Beinamen „Der Römer“ führte, erteilte Johann II. von Cottbus am 16. 3. ein Straßenprivileg, das wenig später, 1371, von Kaiser Karl IV. bestätigt wurde. Während er im Pfandbesitz der Lausitz war, ordnete der Herzog Bolko II von Schweidnitz 1367 an, daß der Warenverkehr fremder Kaufleute nicht über Fehrow gehen solle. Diese schworen jedoch, kaum Einfluß auf den Handel gehabt zu haben. Die Cottbuser Ratmannen beeideten am 25.11.1371 feierlich, daß die Salzwagen, besonders jene, die von Cottbus nach Luckau wollten, seit Menschengedenken den Weg über Vetschau und Tornow genommen haben.

1364

In einer Urkunde vom 14. 4. des Markgrafen von Brandenburg, Ludwig des Römers, wird „Kotbus, hus und stadt“ genannt. Nur wenige Monate später, am 10. 8. 1364, finden sich erneut "das Niehaus bi kotebus dem wibilde un de Hus tzu kothebuz" in einer Urkunde des Brandenburgischen Kurfürsten erwähnt.

1364

Karl IV. genehmigt am 15. 11. brüderliche Teilung der Güter zwischen den Brüdern Heinrich und Johannes II. von Cottbus und verleiht dem Älteren das Anfallrecht an den Gütern.

1374

Kaiser Karl IV. setzt Johann II. von Cottbus als Statthalter ein. Er übt die Herrschaft in Cottbus zwischen 1349 und 1389 aus und ist wohl einer der bedeutendsten Adligen seiner Zeit. Zugleich ist er markgräflicher und kaiserlicher Beamter „Kapitän der ganzen Mark/Brandenburg“ und häufig im Auftrag seines Herren unterwegs. Nur wenig später, am 16. 5. 1377, belehnt der Kaiser auf Wunsch des Johann seinen Sohn Johann den Jüngeren und die Brüder Hans und Ulrich von Biberstein mit Cottbus und Zubehör. Etwa zu dieser Zeit verwendet die Stadt nachweisbar ein eigenes Siegel, sie nutzt dafür das des Johann von Cottbus. Johann III. von Cottbus übt die Herrschaft 1387-1431 aus. Zunächst beteiligt er sich 1387/1388 an der Bibersteinschen Fehde um den Besitz der Herrschaft Beeskow/Storkow, dann 1398/1399 an der Priebusschen Fehde und 1401 zieht er mit 800 Reitern gegen das Bautzener Land. In den folgenden Jahren sinkt er auf das Niveau von Raubrittern. Ihm folgen seine Söhne Luther und Reinhard, die 1420 sogar Kölner Kaufleute ausrauben.

1380 / 1382

Erstmals finden wir Nachrichten vom Auftreten der Pest in Cottbus. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt immer wieder von dieser Seuche heimgesucht.

1385

Über Jahrhunderte wird das Leben in der Stadt Cottbus von der Tuchmacherei geprägt, aber auch die Bierbrauerei zählt zum bestimmenden Gewerbe in der Stadt. In einer Urkunde schlichtet der Erzpriester Chron aus Cottbus einen Streit zwischen Rat und Gemeinde Beeskow und dem dortigen Probst. Danach wird dem Beeskower Probst zugestanden, daß er ebenso wie der Cottbuser Pfarrer Bier für den eigenen Bedarf brauen darf. Dies ist somit die älteste Überlieferung für die Herstellung des Cottbuser Bieres. Einen weiteren Beleg vom Cottbuser Bier geben uns Görlitzer Ratsrechnungen aus dem Jahre 1409. Damals liefern die Cottbuser dieses Getränk in die Oberlausitz. Daß Cottbuser Bier durchaus ein wichtiges Handelsprodukt war, belegen die Görlitzer Ratsrechnungen erneut am 14. 1. 1433, als wiederum eine Lieferung Cottbuser Bier in der Oberlausitzer Stadt eintraf.

1385

In diesem Jahr wird das Dorf Schmellwitz als „Smellwitz“ erstmals erwähnt.

1386

Der Cottbuser Rat stiftet am 25. 7. einen Altar „Unser lieben Frauen“ und verbindet damit auch die Einrichtung einer Kaplanstelle an der Oberkirche. Dieser Altar ist einer von insgesamt 41 Altären, die bis zur Reformation 1537 in der Oberkirche vorhanden gewesen sein sollen.

1399

Erstmals wird am 15. 8. ein Cottbuser Bürgermeister namentlich genannt: Peter Calow hat damals dieses Amt inne. Die Stadt zählt zu dieser Zeit wohl höchstens 2.000 Einwohner, aber unmittelbar vor den Mauern der eigentlichen Stadt Cottbus lagen die Vorstädte und Dörfer, so z. B. Ostrow, Brunschwig, die Spremberger und die Luckauer Vorstadt und das Dorf Sandow am anderen Ufer der Spree. Erneut findet ein Bürgermeister seine urkundliche Erwähnung am 14. 12. 1430, es ist der Cottbuser Heinrich Snyder. Am 3.9.1453 ist Caspar Strupitz als Bürgermeister genannt.

1405

Johann III. von Cottbus beglaubigt am 11. 5. den Tuchmachern das „Gewandmacherprivileg“. Damit bestätigt er sowohl ältere, seit langem bestehende Rechte und Pflichten. Abermals werden die Sorben von einem wichtigen Handwerk ausgeschlossen, da die Tuchmacher „eheliche Geburt und deutsche Abstammung“ für ihr Handwerk fordern. Weiterhin wird festgeschrieben, daß Schafwolle und Leinengarn nicht vermischt und daß zur Tuchherstellung nur Herbstwolle verwendet werden darf. Im Privileg wird darauf hingewiesen, daß neben den Tuchmachern auch die Fleischer, Bäcker und Schuhmacher in der Stadt organisiert sind.

1406

Nur etwa ein Jahr später erteilt Johannes III. von Cottbus am 29. 11. auch den Leinewebern ein neues Privileg. Erneut werden die alten Rechte bestätigt und detailliert die Verarbeitung der Rohstoffe und die Organisation des Handwerkes vorgeschrieben.

1409

Johann III. übernimmt am 20. 1. für die Stadt und Herrschaft das Magdeburger Recht. Lediglich im Bereich des Erbrechts bestimmt die „Cottbuser Willkür“ Abweichungen und Besonderheiten, die bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900 gültig bleiben.

1412

Rudolf von Planitz, Bischof von Meißen, bestätigt am 2. 1. die „Kapelle und Altar des heiligen Wenzel“ vor den Toren der Stadt Cottbus.

1413

Am 3. 2. stiftet der Adlige Koppe von der Dahme einen „Altar zum Heiligen Kreuz“ für die Oberkirche und einen „Altar zur Heiligen Dreieinigkeit“ für die Katharinenkapelle, an deren Stelle heute die Schloßkirche steht. Auch diese beiden Stiftungen finden ihre Bestätigung durch den Meißener Bischof Rudolf von Planitz. Nur wenig später, am 21. 12. 1413, stiftet das Ehepaar derer von Dahme dem Hospital acht Tonnen Malz. Dieses befand sich im einstigen Haus der Kreuzbrüder am Sandower Ufer der Spree und diente als Hospital und Armenhaus.

1415

Das am Ufer der Spree gelegenen Sandow findet erstmalig urkundliche Erwähnung. Es handelte sich wohl um ein Sackgassendorf. Die Bewohner sollen überwiegend sorbische Fischer gewesen sein.

1420

Kaiser Sigismund verurteilt am 22. 1. die Herren von Cottbus auf dem Reichstag von Breslau zum Schadensersatz in Höhe von 2.400 Schock böhmische Groschen für ihren Raubzug an der Spree gegen die Kaufleute aus Köln . Johann III. jedoch weigerte sich trotz Reichsacht dieser Verpflichtung nachzukommen. Auch seine Söhne Luther und Reinhard widersetzen sich der kaiserlichen Anordnung und begeben sich 1424 zunächst mit ihrem Vater unter den Schutz des sächsischen Kurfürsten. Nach dem Tod Johann III. im Jahre 1431 teilen sich die beiden Brüder die Herrschaft über Cottbus.

1429

Bereits seit 1422 überziehen die Hussiten die Lausitz mit Unruhe und Krieg. Die Cottbuser hatten den Bautzener ebenso in ihrem Widerstand geholfen wie schon 1427 den Görlitzern und 1428 den Löbauern. Nachdem also die Hussiten keine Stadt in der Oberlausitz einnehmen konnten, zogen sie in die Niederlausitz. Am 20. 10. stehen sie vor den Cottbuser Stadtmauern, jedoch vergeblich. Diese unruhigen Zeiten dauern bis 1437, manche Stadt, z. B. Guben und Spremberg wurden eingenommen, andere wie Luckau widerstanden auch den einfallenden Hussiten.

1435

In den Görlitzer Ratsrechnungen findet sich unter dem Datum 7. 8. 1435 ein Hinweis auf die Cottbuser Mühle am Stadtgraben. Der hiesige Müller soll die Görlitzer bei der Einrichtung einer eigenen Mühle beraten haben und wird dafür von den Görlitzern beköstigt. Obwohl es sich um eine Stadtmühle handelte, war das Mühlenregal Eigentum des Landesherren, der es jedoch an Dritte verpachten konnte. Zudem wurde festgeschrieben, daß die Bauern der umliegenden Dörfer ihr Korn nur in der Stadtmühle mahlen lassen durften und dafür Steuern zu entrichten hatten .

Im Gubener Stadtbuch wird „Jac. Domink, der alte Schulmeister in Cottbus“ erwähnt, der in Guben ein Haus besaß. Dies ist die älteste schriftliche Erwähnung einer Cottbuser Schule, jedoch belegen die zahlreichen Studenten an verschiedenen europäischen Universitäten, daß Cottbus bereits während des 14. Jahrhunderts eine Lateinschule besessen haben kann, allerdings ist es durchaus möglich, daß diese Studenten privaten Unterricht erhielten. Der Cottbuser Schulmeister soll um 1442 in Guben verstorben sein.

um 1440

Auf einer Mitteleuropakarte der Wien-Klosterneuburger Schule ist Cottbus als „Kokubuzl“ verzeichnet. Leider ist diese Karte nicht mehr erhalten, jedoch finden sich Beschreibungen im Codex Latinus Monacensis 14.583 der Bayrischen Staatsbibliothek, die 1449 von dem Mönch Fridericus Amann aus dem Benediktinerkloster Stankt Emmeram angefertigt wurden.

1441

Reinhard und Luther werden am 18. 7. erneut zum Schadenersatz für den Raubüberfall auf die Kölner Kaufleute verurteilt. Da sich mittlerweile abzeichnete, daß die alte Forderung mit Gewalt durchgesetzt werden könnte, hatten sich die beiden gemeinsam mit dem sächsischen Kurfürsten bereits am 23. 2. 1441 für zehn Jahre in ein Schutzbündnis mit dem Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg begeben. Endgültig stellt sich Reinhard von Cottbus im Dezember 1443 unter den Schutz des Brandenburgischen Kurfürsten.

1443

Erstmalig findet das Gewerk der Garnmacher Erwähnung. Aber auch die Privilegien der Tuchmacher und Leineweber finden am 1. 6. 1443 ihre Bestätigung durch Luther von Cottbus.

1445

Reinhard von Cottbus verkauft am 18. 7. seine Anteil an der Herrschaft über Cottbus für 5.500 Schock böhmische Groschen an den Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg. Nur zwei Tage später leisten die Cottbuser Einwohner den Treueid auf den Hohenzollern. Reinhard von Cottbus erhält am 21. 7. 1447 das Schloß Zantoch und wird gleichzeitig zum Landvogt des Landes Sternberg bestellt, wo er dem Kurfürsten einen Teil des Geldes für die Herrschaft Cottbus quittiert. Mit dem Tod des Luther von Cottbus übernimmt der Brandenburger Kursfürst am 4. 6. 1455 auch den zweiten Teil der Herrschaft von Cottbus. Seit dieser Zeit gehört Cottbus zum Kurfürstentum Brandenburg und späteren Königreich Preußen. Lediglich in den Jahren 1806 bis 1814 werden Stadt und Herrschaft dem Königreich Sachsen zugeordnet.

1446

Für den Müller Nicolaus Pfuhl, „unser molner auf unserm teile der Molen zu Cottbus“, wird auf Veranlassung des Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg am 4. 11. eine Beschreibung der zwei Mühlen angefertigt. Festgelegt wird darin u.a.: "Er soll den vierten halben Scheffel haben an Getreide und was us der molen gesellet. Dafür soll er den vierten halben Pfennig geben czu steynen, ...."

1449

Aus diesem Jahr stammt die älteste schriftliche Überlieferung für das Dorf Branitz. Ströbitz findet drei Jahre später 1452 als „Strowitz“ erstmalig Erwähnung. Im letzen Viertel des 15. Jahrhunderts erwirbt die Stadt Cottbus das Dorf Ströbitz, über Jahrhunderte ist es eines der Cottbuser Amtsdörfer. Brunschwig findet erst 1486 urkundliche Erwähnung. Das Gebiet nördlich der Stadt ist einst gegliedert in drei Brunschwig: Brunschwig am Berge, Brunschwig in der Gasse und das Rittergut Brunschwig. Auch das Dorf Ostrow findet seine älteste urkundliche Erwähnung im Jahre 1497.

1457

Erstmalig findet der Cottbuser Jahrmarkt Erwähnung. Der Landvogt der Niederlausitz sicherte den Görlitzer Kaufleuten freies Geleit zum Jahrmarkt nach Cottbus zu. Dieser fand jeweils an den ersten Montagen nach Ostern und nach dem 1. September statt. Bis ins 20. Jahrhunderte fanden zudem in der Stadt Cottbus noch Wochenmarkt, Wollmarkt, Wachsmarkt, Viehmarkt und eine Karpfenbörse an verschiedenen Orten in der Stadt statt.

1459

Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg hält am 21.. 11. auf dem Cottbuser Schloß einen Fürstentag ab. Hier stellt er die Forderung an den böhmischen König Podiebrad, ihn endgültig mit seinen Neuerwerbungen in der Niederlausitz zu belehnen. Zwar erfüllt König Georg Podiebrad diese Forderungen, jedoch gibt er diese Besitzungen kurze Zeit später dem Zdenko von Sternberg als Lehen. Dies führt in den folgenden Jahren zu militärischen Auseinandersetzungen, die erst im Frieden zu Guben am 5. 6. 1462 ihren Abschluß finden. Der böhmische König belehnt Friedrich II. nun mit Cottbus, Peitz, Teupitz, Bärwalde und Großlübbenau. Weiterhin erhält er die Anwartschaft auf Beeskow und Storkow. Die übrige Niederlausitz verbleibt lehnsrechtlich endgültig bis 1815 beim Königreich Böhmen. Zuvor belagert Zdenko von Sternberg am 29. 10. 1461 die Stadt Cottbus und wird im Frühjahr 1462 bei Luckau endgültig geschlagen. Vermutlich besucht der Kurfürst  Friedrich II. von Brandenburg nun öfter die Stadt, denn bereits im Juli 1448 weilte er in Cottbus. Auch am 23. 11. 1450 war er zu Gast in Cottbus und gab eine Erklärung zur Übernahme der Vogtei der Lausitz ab.

1462

Am 17. 6. der Brandenburger Kurfürst übergibt das Cottbuser Hospital, am Sandower Ufer gelegen, den „Ordensbrüdern vom Heiligen Geist“. Dieses Hospital bleibt bis ins 19. Jahrhundert hinein die wichtigste medizinische und soziale Einrichtung der Stadt.

1468

Ausgelöst durch einen Blitzstrahl wird am 19. 9. die ganze Stadt in Schutt und Asche gelegt, da das Feuer nicht gebändigt werden kann. Bei diesem Unglück wurde auch die alte Katharinenkapelle vernichtet,  an deren Stelle Jahrhunderte später die hugenottischen Flüchtlinge die Schloßkirche errichteten. Nachdem mit großen Mühen die Schäden beseitigt waren, brannte die Stadt 1479 erneut ab. Auch in den folgenden Jahren erlebten die Cottbuser manches Feuer. So brannte es am 4. 9. 1486 erneut in der Stadt. Bei diesem Feuer soll die Oberkirche bis auf die Mauern niedergebrannt sein, die anschließend wieder aufgebaut wurde.

1471

Bürgermeister Nickel Gebhardt bescheinigt am 25. 5. der Schützengilde ihre alten Rechte und Pflichten in einer Satzung. Mitglied durfte nur werden, wer eheliche und ehrliche Geburt nachweisen konnte. Eine Neuerung war die Aufnahme von Frauen in die Reihen der Cottbuser Schützengilde. Festtage der Gilde waren der 20. Januar, der Tag der Schutzpatrone Fabian und Sebastian und der 3. Pfingstfeiertag. Zu Pfingsten erfolgte auch das große Schießen nach der Vogelstange, später fanden hierfür die selbstgemalten Schützenscheiben Verwendung. Zudem stellte die Schützengilde die militärische Organisation der Bürgerschaft dar und sollte die nächsten Jahrhunderte immer wieder Gelegenheit erhalten, in die Geschicke der Stadt einzugreifen..

1475

Mit Reinhard von Cottbus stirbt der letzte Herr von Cottbus. Er war seit 1469 Besitzer der Standesherrschaft Lieberose gewesen, nachdem er bereits am 15. 4. 1448 mit Peitz auf Lebenszeit belehnt worden war.

1478

Während der Auseinandersetzungen zwischen dem Kurfürsten Albrecht Achilles und dem Herzog Hans von Sagan erlebt die Stadt Cottbus eine siebentägige Belagerung. Da der Herzog die Stadt nicht einnehmen kann, verwüstet er das Land ringsum. Durch die herbeigeeilten Brandenburgischen Truppen wird Hans von Sagen am 10. 10. 1478 bei Crossen geschlagen.

1483

Schon im beginnenden 14. Jahrhundert üben die Herren von Cottbus das Münzrecht aus. Damals wurden Brakteaten geprägt, die bereits mit dem Krebs gekennzeichnet waren. Später erhält die Stadt das Münzrecht und prägt in diesem Jahr erstmals weiße Heller mit dem Krebs. Außerdem erhalten diese Heller nachweislich ab 1520 die Buchstaben „SC“, womit der Prägeort Cottbus angegeben war. Zuvor waren es wohl meist Kupfermünzen, die man auch rote oder schwarze Heller nannte. Als Münzstätte diente vermutlich der Münzturm an der Nordostecke der Stadtmauer, auch wenn bis heute keine archäologischen Befunde diese These stützen.

1484

In alten Stadtchroniken wird von einer Heuschreckenplage berichtet. In ihrem Gefolge erleben die Cottbuser eine große Hungersnot. In den nächsten Jahren bis 1493, einem besonders heißen Sommer in Cottbus, sollen immer wieder Schwärme von Heuschrecken die Lausitz heimgesucht haben. Wiederholt sind es die Unbilden der Natur, die ihre Spuren hinterlassen. Knapp achtzig Jahre früher war es der Winter, der im Frühjahr 1408 Brunnen ebenso dampfen ließ wie die Misthaufen und alle Gewässer waren zugefroren, so dass die Mühlen stillstehen mussten. Am Ende des Jahrhunderts bedroht 1496 die Spree mit Hochwasser wieder die Cottbuser.

1488

Als Erzpriester von Cottbus wird Erasmus von Brandenburg berufen. Er ist zudem Probst von Berlin und politischer Gewährsmann des Kurfürsten Albrecht Achilles.

1488

Der spätere Reformator Johannes Briesmann wird am 31. 12. in Cottbus geboren. Das Haus, heute Altmarkt 15, war im Besitz seiner Familie. Der Franziskaner besuchte 1507 die Universität in Wittenberg und erhielt 1510 die Priesterweihe. Der anfängliche Gegner Luthers wurde bald zu einem bedeutenden Reformator, nach einem kurzem Aufenthalt in seiner Geburtsstadt 1522, begab er sich 1523 nach Königsberg, wo er am 1. 12. 1549 an den Folgen der Pest starb.

1494

Am 6. 11. bestätigt Bischof Johann von Meißen die Stiftung des „Altars des heiligen Erasmus“ für die Oberkirche durch die Braukommune in Cottbus.

1495

Die Meißener Bistumsmatrikel stellt ein Verzeichnis des Bischofs Johann VI. von Salhausen dar. In dieser Urkunde wird direkt verwiesen auf eine Meißener Bistumsmatrikel aus dem Jahre 1346, deren Existenz bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Zahlreiche Altäre und Kirchen aus Cottbus und Umgebung finden nun in der Matrikel des Bischofs Sahlhusius Erwähnung.

1496

Wiederum werden die Cottbuser von der Pest heimgesucht. Rund 2.000 Menschen fallen ihr zum Opfer. Hieronymus Scultetus übernimmt den Erzpriesterstuhl in Cottbus. Wenig später wird er Berater des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg und anschließend Bischof von Brandenburg und Havelland.

1497

Die älteste Erwähnung des Dorfes Ostrow ist überliefert. Ein Jahr später findet 1498 das Rittergut Brunschwig seine älteste urkundliche Erwähnung.

1499

In diesem Jahr wird Joachim I. Kurfürst von Brandenburg. Obwohl er erst 16 Jahre alt ist, tritt er als Landesherr konsequent auf und bekämpft das weit verbreitete Raubritterwesen. Der Herrschaft Cottbus läßt er seine besondere Fürsorge angedeihen. Am 13. Dezember des Jahrs stirbt der hiesige Erzpriester Erasmus von Brandenburg.

1500

Der Kurfürst in Brandenburg bestätigt dem Cottbuser Kloster am 25. 10. die Holzgerechtigkeit in den Wäldern bei Peitz und ordnet an, „das sy all getreid so sie von Ihres closters wegin zu gebrauchen haben In unsere molen zu cottbus  ... malen mogen lassen“. Nur drei Jahre später 1503 rückt das Cottbuser Franziskanerkloster erneut in den Mittelpunkt des Geschehens: Der Überlieferung nach sollen sich insgesamt 700 Mönche hier versammelt haben. Im Mai fordert Kurfürst August von Sachsen vom Cottbuser Provinzialkonvent, daß die römische Kirche ihre Angriffe gegen die Barfüßer einstellen solle.

1501

Der Brandenburger Kurfürst Joachim I. bescheinigt den Cottbuser Bürgern am 28. 12. eine Reihe verbriefter Rechte. So wird den hiesigen Handwerkern das Meilenprivileg zugesprochen; es durften sich somit außerhalb der Stadt keine fremden Handwerker niederlassen und auch in Cottbus selbst mußten die Handwerker Mitglied der jeweiligen Innung sein. Damit verbunden war die Einführung des Bierzwanges. Innerhalb einer Meile rund um Cottbus durfte nur das Cottbuser Bier ausgeschenkt werden, allerdings brauten die Adligen ebenso wie die Kirchen weiter ihr eigenes Bier. Eine Ausnahme bildete der Cottbuser Ratskeller:  hier durfte der Wirt auch fremdes Bier ausschenken. Neben Bier galt den Cottbusern aber auch ihr Wein als tägliches Getränk, rund um die Stadt gab es damals etwa 200 Weinberge. Von diesem Wein sagte man später immer noch, daß er durch den Hals ging wie eine Säge. Im Verlaufe des 19. Jahrhundert wurden die letzten Weinberge aufgegeben – heute erinnern nur noch Straßennamen daran. Weiterhin wurden für die Stadt Cottbus zwei Wollmärkte festgesetzt, mit denen verhindert werden sollte, daß die hier produzierte Wolle nach Sachsen oder Schlesien verbracht wurde. Der Kurfürst bestätigte zudem das alte Cottbuser Erbrecht, die Cottbuser Willkür.

1506

Noch immer ist das Land unsicher, denn Raub- und Strauchritter treiben weiterhin ihr Unwesen. Deshalb beauftragte der kurfürstliche Rat Hans von Rödern den Cottbuser Ostern Erzpriester Hieronymus Scultetus und Hans von Pannwitz mit dem Abschluß eines Vertrages mit Polen und Vertretern aus der Ober- und Niederlausitz. Dank der angedrohten drakonischen Strafen und der gegenseitigen Auslieferungen, nahmen nun die Übergriffe ab und es zog wohl Ruhe in das Land ein. Hieronymus Scultetus geht noch im selben Jahr als Probst nach Salzwedel.

1510

Der Kurfürst von Brandenburg übereignet am 12. 03. die Mühle in Madlow der Stadt Cottbus mit allen Rechten. Dafür zahlt die Stadt jährlich 3 Malter Getreidezins an das Amt, jährlich 1 Malter Getreidezins an das Hospital und 1 Malter Getreidezins an den Pfarrer in Madlow. Die Mühle in Madlow hatte bereits am 29. 7. 1495 ihren Betrieb aufgenommen.

1511

Der Kurfürst Joachim I. von Brandenburg überträgt die Verwaltung der Amthauptmannschaft dem Hans von Rödern, nachdem die Pfandherrschaft des Fürsten Georg von Anhalt abgelaufen ist. Er löst damit den 1409 als Amtshauptmann eingeführten Siegmund von Chlum ab. In diesem Zusammenhang wird eine Inventarliste für das Cottbuser Schloß angelegt und gibt einen interessanten Einblick in den Alltag auf dem Cottbuser Schloß.

1513

Erstmalig müssen die Cottbuser Steuern auf das Bier zahlen. Der Kurfürst erhebt eine „Bierziese“, von der nur die Prälaten, Ritter, Herren befreit waren. Zahlen mußten die Bürger je Tonne 8 Pfennige an den Kurfürsten und 4 Pfennige an die Stadt.

1515

Am 2. 11. die Stadt Cottbus kauft das Dorf Madlow von seinem Besitzer und verwaltet es von nun an als Amtsdorf.

1516

Da in Frankfurt an der Oder die Pest wütete, ordnete der Kurfürst die Verlegung der dortigen Universität nach Cottbus an. Die Studenten und Professoren blieben bis zum Frühjahr 1517 in Cottbus.

1521

Wie schon 1514 sucht die Pest erneut die Stadt heim. Zur Bestattung der Toten wird vor dem Spremberger Tor ein Kirchhof angelegt.

1522

In diesem Jahr weilt Johannes Briesmann in Cottbus und predigt in seiner Heimatstadt erstmalig lutherisch. Er kann sich jedoch nicht gegen die Franziskaner und auch den Einfluß des Landesherren durchsetzen, der den Besuch der „Ketzeruniversität Wittenberg“ wie auch die Teilnahme an lutherischen Predigten verbietet. Gegen Ende des Jahres verläßt Briesmann Cottbus und übermittelt ein ausführliches „Sendschreiben“ nach Cottbus. Der Titel lautet: „Unterricht und Ermahnung... ... an die Christliche Gemeinde zu Cottbus“.

1524

Der Kurfürst ordnet den Marktzwang für Cottbus am 1. 11. an und verbietet den Handel in den Vorstädten. In diesem Zusammenhang finden die Vororte Brunschwig, Ostrow, Sandow und Schmellwitz ausdrückliche Erwähnung.

1525

Für das Handwerk in Cottbus wird festgelegt, daß „deutsche Geburt, eigene Unbescholtenheit und Vorfahren aus Cottbus“ als Voraussetzung für Zunfteintritt gelten. Es heißt aber auch, daß „Kinder aus der Ehe eines Deutschen und einer Wendin in die Vier-Gewerke aufzunehmen seien“. So setzten z. B. die Sorben/Wenden im Jahre 1539 ihre Aufnahme in die Cottbuser Zunft der Leineweber durch. Aus dem Jahre 1544 ist ein Zinsregister überliefert, in dem von 371 Cottbuser Bürgern 97 sorbisch/wendische Namen führen. Diese besitzen von den etwa 130 brauberechtigten Bierhäusern 54. Dies ist neben den zahlreichen sorbisch/wendischen Namen der Cottbuser Hauseigentümer auch ein Beleg, daß Deutsche und Sorben in der Stadt über viele Jahre friedlich miteinander lebten

1528

Jakubica Miklawes übersetzt das Neue Testament in die niedersorbische Sprache. Leider erfolgt kein Druck, erst 1574 erscheint das älteste niedersorbische gedruckte Buch, ein Gesangbuch mit Katechismus von Albin Moller (1541 – 1618). Jedoch erfolgte bereits 1543 die Übersetzung einer „Wendischen Taufagenda“, die somit als eines der ältesten Dokumente der sorbisch/wendischen Kirchenliteratur gilt.

1531

Erstmals findet eine Cottbuser Apotheke Erwähnung. Sie soll bis 1557 am Oberkirchplatz betrieben worden sein. Vermutlich war sie nicht privilegiert und mehr eine Offizin für Gewürze, Kräuter und Weine.

1535

Am 11. 7. stirbt der Brandenburger Kurfürst Joachim I.. Seine Besitzungen werden entgegen des bestehenden Hausgesetzes der Hohenzollern auf seine beiden Söhne verteilt. Die Herrschaften Cottbus und Peitz, sowie der Kreis Crossen kommen mit der Neumark in den Besitz des Markgrafen Johann V., genannt Hans von Küstrin. Ihm huldigen die Stände als Vertreter des Adels, der Geistlichkeit und der Bürgerschaft am 6. 1. 1536 auf dem Cottbuser Schloß. Er regierte bis zu seinem Tod 1571 und verschaffte der Stadt Cottbus manche günstige Regelung.

1537

In den beiden Cottbuser Kirchen wird Fronleichnam, dem 1. Juni 1537, erstmals offiziell lutherisch gepredigt. Der in Cottbus geborene Johann Mantel, gleichzeitig Beichtvater der Kurfürstin, predigt in der Oberkirche und in der Klosterkirche verkündet Johann Ludeck das Wort Gottes. Die wenigen verbliebenen katholischen Geistlichen verlassen die Stadt. Das Kloster wird aufgelöst, seine Güter werden säkularisiert. So kommen die bisher vom Franziskanerkloster verwalteten Dörfer in den Besitz der Stadt. Die Klosterkirche wird zudem Pfarrkirche der umliegenden Dörfer,  der Gottesdienst wird in sorbisch/wendischer Sprache gehalten. Über die Jahrhunderte hinweg bürgerte sich so der Name „Wendische Kirche“ ein, während die Stadt- und Pfarrkirche zunächst als „Deutsche Kirche“ und später als „Oberkirche“ bezeichnet wurde. Die wenigen in der Stadt verbliebene Katholiken dürfen etwa bis 1550 die Katharinenkapelle nutzen, später müssen sie ihren Gottesdienst in profanen Räumen abhalten. Erst  am 27. 10. 1850 weiht Pfarrer Florian Birnbach aus Neuzelle die katholischen Christuskirche als „Kirche zum Guten Hirten“ in der Dresdner Straße.

1539

Immer wieder werden die Cottbuser von Unwettern und Katastrophen heimgesucht. Zunächst erleben sie Hochwasser und Überschwemmungen, 1541/42 brennt nach einem Blitzschlag der Rathausturm nieder, der 1545 wieder erneuert wird. Dies ist die älteste Erwähnung des Cottbuser Rathauses, in einer alten Überlieferung heißt es: „Thurmspitze des Rathaus-Thurmes durch einen Blitz zerschmettert“. Archäologische Grabungen wiesen jedoch Mauerreste aus dem 13. Jahrhundert nach und bestätigen, daß die Verwaltung der Stadt schon seit langen durch die Bürger geleitet wurde. In den Jahren 1542, 1544 und 1552 wird die Stadt erneut von der Pest heimgesucht. Während der Pestepidemie 1552 sterben 1.783 Menschen. Die Häuser, in den Pestkranke wohnten, werden mit einem großen weißen Kreuz gekennzeichnet. Auch die Personen, die Umgang mit den Kranken und Toten hatten, die Totengräber und der Pastor pestilentarius tragen ein weißes Kreuz. Aber auch andere Plagen erlebten die Cottbuser, so müssen sie 1544 eine Heuschreckenplage überstehen, die sicher große Ernteverlusten fordert.

1540

Markgraf Johann erläßt eine Polizeiordnung für Cottbus, die für Jahrhunderte Bestand behielt. Sie regelte das öffentliche Leben und griff auch in die privaten Belange der Bürger ein. In diesem Zusammenhang finden die 12 Ratsmänner erstmals Erwähnung. Jährlich durften die Cottbuser den Rat der Stadt wählen, dessen 12 Mitglieder dann aus ihren Reihen den Bürgermeister bestimmten, der vom Kurfürsten bestätigt wurde. Dieser führte die Geschäfte der Stadt nebenberuflich, prüfte die Rechnungen, nahm Beschwerden entgegen und erteilte die notwendigen Bescheide. Er zog von den Hauptgewerken den Zins ein. Wichtigste Einnahmequellen der Stadt waren die Abgaben der Stadtwaage und aus dem Ratskeller: „Es soll aber den Räthen in den Städten frei stehen, mit allerley fremden Bier und Wein den Stadtkeller zu versehen“, hieß es dazu in der Polizeiordnung. Aber auch die Bauern der Kämmereidörfer mußten Fronleistungen und Abgaben an die Stadt machen, ebenso brachten die Stadtheide bei Kolkwitz und die Madlower Mühle Gewinn in die städtischen Kassen. Geregelt wurden nicht nur die Gästezahl und Bewirtung bei Kindtaufen und Hochzeiten, sondern auch die Verwaltung der Stadt und der Brandschutz. So war es von nun an verboten, Getreide innerhalb der Stadtmauern zu lagern, auch mußte jeder Hausbesitzer die notwendigen Feuerlöschgeräte wie Eimer und Haken auf eigene Kosten bereithalten und sich im Falle eines Brandes an den Löscharbeiten beteiligen.

1544

Im Mai weilt der Markgraf auf dem Cottbuser Schloß. Während seines Aufenthaltes legt er fest, daß das schwere Geschütz von Cottbus auf die neu erbaute Festung Küstrin zu bringen ist. Andere Geschütze sind nun auf die ebenfalls neu errichtete Festung nach Peitz zu schaffen – Cottbus verliert seine militärische Funktion in der Region. Zwar schützen noch die Stadtmauern, aber schon während des Dreißigjährigen Krieges müssen die Cottbuser erleben, daß ihre Stadt immer wieder von den feindlichen Truppen eingenommen wird und kaum zu verteidigen ist.

1551

Das Cottbuser Brauwesen wird am 24. 08. neu geregelt. Markgraf Johann erläßt eine Braukonstitution, in der vor allem Produktionsumfang und Absatz geregelt waren. Insgesamt durften in Cottbus in einem Jahr damals ca. 57.000 Tonnen Bier gebraut werden. Festgeschrieben waren für die Stadt Cottbus 2.850 Biere, dies entsprach etwa 46.650 Hektolitern. Für die Brauhäuser wurde die jährliche Höchstmenge auf 20 Biere festgelegt, wobei ein Halbes Stübchen Bier ca. 2,4 Liter groß war. In den folgenden Jahrhunderten wurde diese Braukonstition immer wieder geändert und es erfolgte die Festlegung neuer Höchstmengen des herzustellenden Bieres, beispielsweise 1560 und 1712.

1554

Am 02. 06. verstirbt der Cottbuser Amtshauptmann Heinrich von Pack. Noch heute erinnert ein prachtvoller Renaissance-Epitaph in der Cottbuser Oberkirche an ihn. Sein Nachfolger wird Berthold von Mandelsloh bis 1480, dessen Grabstein heute an der äußeren Südseite der Klosterkirche, früher aber in der Oberkirche steht. . Für das Schloß wird eine Inventarliste angelegt.

1555

Der Markgraf Johann von Küstrin erläßt für die Stadt Cottbus und die umliegenden Dörfer eine neue Mühlenordnung am 31. 03.. Darin legt er fest, „wie es im Amte Cottbus hinfort mit Korn- und Malzmahlen und künftig mit Einnehmung der zinsen, mit den Zeichen der Kerbhölzer, auch mit der Vermeßung des Malter Weitzens, Rogkens auch mit den Mahlgästen solle gehalten werden". Zudem werden die Dörfer den jeweiligen Mühlen zugeordnet, so mußten die Bauern aus Leuthen, Hänchen, Schorbus, Illmersdorf, Straußdorf, Oßnigk, Rehnsdorf, Klinge, Tranitz, Grötsch, Gablenz, Raakow die Markgrafenmühle nutzen, während die meisten anderen Dörfer der Cottbuser Stadtmühle zugewiesen waren, die damals auch auf zehn Mahlgänge erweitert wurde. Zwei Jahre später errichtet Benedict Marstaller 1557 eine Papiermühle im späteren Eichenpark, die bis 1883 im Betrieb blieb.

1561

Der Markgraf Hans von Küstrin erläßt eine revidierte Polizei- und Kirchenordnung. Darin ist u. a. festgelegt, wie Hochzeiten zu feiern sind; daß Bettler und Zigeuner des Landes verwiesen werden und daß die Häuser mit Feuerlöschgeräten ausgestattet sein müssen. Weiterhin sind am Sonntag die Schenken bis zum Abend sowie die Kram- und Hökerbuden ganztägig geschlossen zu halten und zu Michaelis die Maße und Gewichte zu eichen.

1562

Die Stadt Cottbus erwirbt das Dorf Dissen.

1564

Am 2. 1. weilt auf dem Schloß in Cottbus der Deutsche Kaiser Maximilian I. Im kaiserliche Troß werden etwa 1.000 Pferde gezählt. Bei dem vom hiesigen Amtshauptmann Berthold von Mandelsloh ausgerichteten Festessen werden fünf Rehe, sieben Wildschweine, ein Hase sowie 1 ½ Zentner Karpfen verzehrt, Bier und Wein sollen fässerweise geleert worden sein. Maximilian I. war der einzige deutsche Kaiser, der Cottbus besuchte, und/denn er war befreundet mit dem Markgrafen Johann.

1568

Markgraf Johann von Küstrin erteilt seinem Astronom und Kalendermacher Peter Hosemann 25. 09. am das Privileg, in Cottbus eine Apotheke zu eröffnen. Peter Hosemann wurde 1527 geboren, studierte um 1540 Medizin in Wittenberg und weilte bereits 1562 in Cottbus. 1564 erhält er eine Anstellung als Stadtarzt in Cottbus und nur vier Jahre später darf er die erste Cottbuser Apotheke eröffnen – die Löwenapotheke, die erst Ende des 18. Jahrhunderts Konkurrenz erhält. 1573 wird das Gebäude der Apotheke errichtet, die jedoch beim Stadtbrand 1471 stark beschädigt und im 18. Jahrhundert einen umfangreichen Umbau erfährt. Seit dieser Zeit prägen der Staffelgiebel und die Hygieia auf dem Dach die Ansicht. Heute befindet sich am Altmarkt 21 das Brandenburgische Apothekenmuseum. Cnemiander stirbt 1592.

1566

In der Spremberger Straße vernichtet ein Feuer 29 Häuser. In einem Privileg der Cottbuser Bäcker vom 21. 10. 1566 wird festgeschrieben, daß nur die Bäcker als Meister das Gewerbe ausüben durften, die Verkaufsstände am Markt, die sogenannten „Semmelbänke“, besaßen.

1571

Nach dem Tod des Markgrafen Johann von Küstrin am 13. 1. fallen seine Ländereien und Besitzungen wieder an Kurbandenburg zurück. Damit ist die Teilung des hohenzollerschen Besitzes wieder aufgehoben, die Regierung auch der Cottbuser Besitzungen übernimmt nun Kurfürst Johann Georg.

1574

In diesem Jahr erscheint das erste gedruckte Buch in niedersorbischer Sprache. Es ist ein wendisches Gesangbuch mit einem kleinen Katechismus von Albin Moller aus Straupitz. Im gleichen Jahr übereignete die Gemahlin des Kurfürsten, Catharina, der Stadt Cottbus das am Ufer der Spree gelegene Hospital mit allen seinen Gütern. Der Kurfürst bestätigte diese Schenkung 1579. Die Cottbuser Schützengilde erhält am  7. 8. 1574  neue Privilegien: Der Schützenkönig ist für ein Jahr von allen Steuern befreit, zusätzlich darf er zwei Biere (etwa 52 Hektoliter) steuerfrei brauen.

1576

Das Dorf Dissenchen wird am 12. 11. Ratsdorf und geht damit in das Eigentum der Stadt Cottbus über.

1579

Die Cottbuserin Anna Lehmann wird zur „Perpetuierten Schulmeisterin“ für die Jungfrauen ernannt. Sie soll „von einer jeden persohn allhier in der Stadt wöchentlich vier gute Pfennige, wie bisher geschehen, gewertig sein“. Sie soll „die Jungfrauen in aller Zucht und Ehrbarkeit erziehen“. Schon aus dem Jahre 1577 ist eine Rechnung der Oberkirche für eine „Jungfrauen-Schulmeisterin“ überliefert.

1581

In diesem Jahr führte die Spree Hochwasser. Durch den Eisgang und das Hochwasser werden Brücken und Mühlen beschädigt, das Wasser soll bis zum Rathaus auf dem Marktplatz gestanden haben. Auch im Jahr 1595 hat die Spree infolge des strengen Winters wieder Hochwasser, durchbricht die Dämme und "bahnt sich ein neues Bett nach der Gegend des Schießhauses". Dabei versandet der Mühlgraben.

1583/84

Hinter der Oberkirche wird ein neues Gebäude für das Lyzeum gebaut. Neben einer Wohnung für den Lehrer befinden sich zwei Unterrichtsräume in dem Gebäude, welches am Standort der bisherigen Schule errichtet wird. Dieses Gebäude brennt jedoch schon 1600 bei dem großen Stadtbrand am 3. September wieder ab. Ein „Cottbuser Schulgesetz“ ist erstmals aus dem Jahre 1617 überliefert. Hier sind die wichtigsten Regeln der Ausbildung am Lyzeum festgeschrieben.

1589

Otto von Hacke residiert auf dem hiesigen Schloß bis 1609 als Amtshauptmann. Er läßt etwa um 1600 den Amtsteich anlegen, in dem Karpfen ausgesetzt werden.

1599

Eine Bürgerzählung wird durchgeführt. Innerhalb der Stadtmauern gab es 490 Einwohner, die das Bürgerrecht besaßen. Nicht gezählt wurden die Familienangehörigen, Dienstleute und Tagelöhner. In der Stadt lebten damals insgesamt ca. 3.500 Menschen. Bei dieser Zählung erfolgte auch eine Musterung der Waffen und es wurden 118 Personen mit neuen Harnischen, 176 mit Hellebarden und Federspießen und 6 mit Äxten und Spaten aufgelistet. 51 Cottbuser waren mangelhaft gerüstet. Verstärkt wurde diese Streitmacht durch 211 Vorstädter mit Spießen und Äxten.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 01. Dezember 2009 um 01:52 Uhr