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Heimatforschung hat in unserer Stadt Tradition

Bereits im 18. Jahrhundert gaben Johann Friedrich Beuch und Christian Gulde erste Publikationen zur Geschichte unserer Stadt heraus.
Im 19. Jahrhundert waren es besonders die Lehrer, die vor- und frühgeschichtliche Gegenstände, aber auch naturhistorische und völkerkundliche, für den Unterricht sammelten und beispielsweise wie am Gymnasium als ordentliche Sammlung anlegten. Dazu kamen auch Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte (u.a. die Liederchronik von Carl Christian Stäber).
Während für die Niederlausitz im Jahr 1884 die "Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde" gegründet wurde, Orte wie Forst, Sorau, Spremberg und selbst Lübbenau ihre eigenen Heimatvereine hatten, die Forscher, Sammler und Interessierte vereinten, dauerte es in Cottbus etwas länger, ehe ein Verein die Heimatgeschichtsinteressierten zusammen brachte.
Es ist das Verdienst des Oberbürgermeisters Hugo Dreifert (1862 - 1925), einem Cottbuser und von 1914 - 1925 OB, der den Heimatverein begründet hat. Bereits 1904 lud Hugo Dreifert, damals noch 2. Bürgermeister der Stadt, etwa 30 Herren ein, um über eine Vereinsgründung zu beraten.
Am 15. Februar 1905 fand diese statt und der "Verein für Heimatkunde Cottbus e.V." nahm am 18. Oktober 1905 seine Tätigkeit auf unter dem Vorsitz von Hugo Dreifert.
Vorträge und Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen, die in verschiedene Bereiche aufgeteilt waren (z.B. Naturwissenschaftliches, Vorgeschichtliches, Kirchliches, Militärisches, Baugeschichte und Kunst, Gewerbe und Innungen usw.), aber auch Ausflüge der Vereinsmitglieder in die nähere und fernere Umgebung und den Aufbau eigener Sammlungen lassen auf ein reges Vereinsleben schließen.
Die zusammengetragenen Sammlungen wurden später dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt.

Etwa 150 Mitglieder hatte der Verein und selbst im Kriegsjahr 1944 waren es 50. Natürlich wurde die Arbeit des Vereins im "Dritten Reich" stark von der politischen Macht beeinflußt.

Die Cottbuser Oberbürgermeister waren stets eng verbunden mit der Heimatgeschichtsforschung und galten als Förderer des Vereins.

Nach dem zweiten Weltkrieg war in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR jedes selbständige Vereinsleben verboten. Nur unter der Dachorganisation des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" konnten Fachgruppen arbeiten/bestehen. Die in Cottbus verbliebenen Mitglieder des Heimatvereins und neu Hinzugekommene trafen sich unter den gegebenen Bedingungen in der Fachgruppe "Heimatfreunde" des Kulturbundes. Ein bescheidenes Forschen war zunächst noch möglich. Vorträge, Gesprächsrunden und Ausflüge kennzeichnen diese Zeit. Ende der 50-er und in den 60-er Jahren wurde Heimatgeschichte, ob Forschung oder Publikation, von den Machthabern fast völlig unterbunden.

Das änderte sich erst in den 70-er Jahren. Da konnte Heimatforschung, zwar politisch reglementiert, wieder betrieben werden. Natürlich war dies nur unter dem Dach des Kulturbundes möglich.

1980 begründete die Bezirksleitung des Kulturbundes die "Gesellschaft für Heimatgeschichte", der u.a. die Arbeitsgemeinschaft "Stadtgeschichte/Ortschronik" unterstand. Bis zum Dezember 2000 gab es diese Form, in der sich "Heimatkundler" trafen.

Mit den politischen Veränderungen im Herbst 1989 beginnend, gab es die Möglichkeit die Selbständigkeit als Verein zu erlangen.

Engagierte Cottbuser, seit Jahren in der Heimatgeschichtsforschung tätig, gehörten zu den Gründern des "Historischen Heimatverein Cottbus e.V.", der im Februar 1991 begründet und im Juni 1991 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Cottbus unter der Nummer 289 eingetragen wurde.

Seit 1905 ist - ganz gleich unter welchen politischen, machthaberischen Bedingungen und Beeinflussungen - intensiv Heimatgeschichtsforschung im Verein bzw. Fachgruppen betrieben worden, ist der "Staffelstab" stets von Generation zu Generation weitergegeben worden.

Dora und Heinrich Liersch
7. Februar 2002

Zuletzt aktualisiert am Montag, 02. März 2009 um 11:06 Uhr